Galta

29.10:
Meine Premiere am Catwalk
 
Heute wartet ein dichtes Besichtigungsprogramm auf uns. Zusammen mit dem Taj Mahal und dem Amber Fort ist Galta einer meiner drei Lieblingsplätze im Norden Indiens. In dieser kleinen Schlucht, drei Kilometer von Jaipur entfernt, befinden sich einerseits viele kleine Tempel, aber auch mehrere eingefasste Teiche, deren Wasser fast so heilig wie das des Ganges sind und wo täglich etliche Menschen, in der Mehrzahl Frauen, rituelle Waschungen vornehmen. Hinzu kommen einige 100 Tempelaffen, die alle auf Trab halten. Wirklich alle.
 

Ein heiliger Mann bedeutet mir in einem der Tempel, ihm zu folgen und führt mich in das Allerheiligste. Der Zugang ist sehr verwinkelt, es wird immer dunkler – worauf habe ich mich schon wieder eingelassen? Irgendwann landen wir schließlich vor einem stockfinsteren Altar. Als Dank will er 1.000 Rupien (= 16 Euro). Wir einigen uns auf 100, die ich dann schließlich in eine einbetonierte Spendenbox werfe. Warum werde ich bloß nicht den Eindruck los, dass er sich das irgendwie anders vorgestellt hat?

Auf dem Rückweg machen wir Halt bei den Sisodia Gardens, einem schönen, sehr gepflegten und ruhigen Garten mit kleinem Palast, wo die Einheimischen gerne Feiern veranstalten.

Nicht fehlen dürfen in Jaipur der Besuch des Observatoriums und des Stadtpalastes, wo in einem Flügel der bei der Bevölkerung bis heute verehrte Maharadscha lebt.

Die 1728 bis 1734 errichtete Sternwarte beeindruckt schon durch ihre Ausmaße. Die größte Sonnenuhr ist 30 Meter hoch und bis auf drei Minuten genau. Andere Instrumente zeigen z.B. den jeweiligen Transzendenten beim entsprechenden Sternzeichen an.

19:30 Uhr.

Es ist so weit.

Wir sind mit dem Abendessen fertig und mein Schneider steht vor der Tür. Neben meinem Anzug hat er auch noch mehrere Hosen und Blusen für einige der weiblichen Mitreisenden mitgebracht. Der arme Mann kommt etwas ins Schwitzen, als er erfährt, dass mehrere der Damen auf einer Modeschau bestehen und eine Abnahme des Anzugs nur in Frage kommt, wenn alle einverstanden sind. Eine viertel Stunde später konnte er das Hotelzimmer erhobenen Hauptes verlassen, mein Anzug wurde akzeptiert, ohne dass weitere Änderungen vorgenommen werden mussten.

Im Anschluss steht noch eine skurrile Puppentheater-Aufführung an. Aber lustig und abwechslungsreich...